Pflege

Krallen
Wildkaninchen wetzen ihre Krallen durch Buddeln und Rennen im Freiland ab. Kaninchen in Heimtierhaltung benötigen dagegen eine regelmäßige Krallenpflege. Bei normaler Felllänge sollten die Krallen kaum aus dem Fell hervorschauen. Ist dies der Fall, oder biegen sich die Krallen bereits, sind sie zu lang.

Die Krallen dürfen nicht zu kurz geschnitten werden, denn wenn das so genannte "Leben" verletzt wird, kann es zu Blutungen kommen. Bei hellen Krallen ist das Leben leicht durch den rötlichen Schimmer zu erkennen. Bei dunklen Krallen kann man die Kralle mit einer Taschenlampe durchleuchten. Man sollte mindestens 1 mm vom Leben entfernt schneiden. Verwenden Sie dazu eine spezielle Krallenschere, da die Krallen mit üblichen Nagelknipsern splittern können. Die Schnittfläche sollte leicht schräg (ca. 45°) sein.

Fixieren Sie Ihr Kaninchen zum Krallenschneiden auf einem sicheren, rutschfesten Untergrund, eventuell mit Hilfe eines Handtuchs. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie sich das Schneiden von Ihrem Tierarzt oder von einem Kaninchenberater zeigen.

Geschlechtsecken
Kaninchen besitzen in den Hautfalten neben den Geschlechtsteilen längliche Drüsen, die so genannten Geschlechtsecken (Leistendrüsen). Damit sondern sie Sekrete ab, um ihr Revier zu markieren. Normalerweise müssen diese Drüsen nicht gesäubert werden, da die meisten Kaninchen sie selbst sauber halten. Manche Kaninchen tun dies aber nur unzureichend oder gar nicht. Dann kommt es nach einiger Zeit zu übelriechenden Ablagerungen, die zunächst gelblich, später dunkelbraun und hart werden.

Kontrollieren Sie daher regelmäßig, ob die Geschlechtsecken sauber sind. Ist es notwendig sie zu reinigen, feuchten Sie ein Wattestäbchen mit ein wenig Babyöl an und streichen Sie die Taschen damit vorsichtig aus. Das Sekret löst sich in der Regel sehr leicht. Auch hierbei ist es wichtig, das Kaninchen gut zu fixieren.

Fell
Wie stark man bei seinen Kaninchen Fellpflege betreiben muss, hängt von der individuellen Fellstruktur ab. Die meisten Kurzhaarkaninchen brauchen nicht gebürstet werden. Sie pflegen ihr Fell selbst oder werden vom Partnertier geputzt. Teddys, Löwenköpfchen oder Angora-Mixe müssen regelmäßig bis täglich gekämmt werden. So lassen sich Knoten und Verfilzungen vermeiden, in denen sich Schmutz oder Parasiten verfangen.

Etwa zweimal im Jahr wechseln Kaninchen ihr Fell, mal mehr und mal weniger stark. Dass ein Kaninchen im Fellwechsel ist, sieht man an Strichen oder abrupten Übergängen im Fell bzw. wenn an einigen Stellen Haarbüschel hervorstehen.

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Während des Fellwechsels kann es sinnvoll sein, auch kurzhaarige Kaninchen von losen Haaren zu befreien. Am einfachsten geht das, indem Sie Ihr Kaninchen auf ein Handtuch setzen und mit einer geeigneten Bürste (z. B. einer Softzupfbürste) ausbürsten. Loses Unterfell schaut oft ein wenig heraus und kann vorsichtig mit der Hand herausgezogen werden. Wenn das Fell kontinuierlich, aber nur leicht ausfällt, kann man mit einem Waschlappen oder mit der nassen Hand die feinen Haare ausstreichen, damit die Tiere beim Putzen weniger Haare aufnehmen.

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Wenn sich Ihre Kaninchen im Fellwechsel befinden, empfiehlt es sich, auch den Kotabsatz im Auge zu behalten. Kaninchen lecken ihr abgeworfenes Fell ab, es wandert einmal durch den gesamten Körper und kommt als Kotbällchen wieder heraus. Ob ein Kaninchen im Fellwechsel ist, kann man daher auch am Kot erkennen.

Lesen Sie hier, wie Sie Ihre Kaninchen beim Ausscheiden verschluckter Haare unterstützen können.

 

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Bilder mit freundlicher Genehmigung von S. Pollidio, J. Zimmer 

Diese Seite wurde zuletzt geändert am 19.01.2016 um 19:22.