Abschied nehmen

Der Abschied vom geliebten Tier
Bereits vor der Anschaffung eines vierbeinigen Freundes sollte man sich darüber klar sein, dass irgendwann auch ein Abschied kommen wird. So schwer dieser Gedanke auch ist, gehört er trotzdem dazu.
Schön ist es, wenn ein Tier trotz verschiedener Gebrechen und Zipperlein in Würde und Liebe alt werden darf und sein Mensch weiterhin zu ihm steht. Auch wenn man sich mit dem Gedanken vertraut macht, dass der Abschied näher rückt, so trifft es einen doch sehr, auch wenn das geliebte Tier wenigstens eines natürlichen Todes sterben durfte und ruhig von alleine eingeschlafen ist.
Noch schlimmer ist es aber, wenn man das ans Herz gewachsene Tier durch eine schwere Krankheit verliert. Wenn man gemeinsam über mehrere Wochen oder sogar Monate gekämpft hat und dann trotzdem irgendwann einsehen musste, dass man den Kampf verloren hat. Liebe heißt in diesem Fall auch los zu lassen und den letzten Weg gemeinsam zu gehen. Sprechen Sie darüber vorab mit ihrem Tierarzt ihres Vertrauens. Lassen Sie sich erklären, was alles passieren wird. Vereinbaren Sie einen festen Termin damit Ihnen keine Wartezeiten entstehen. Der Tierarzt wird ihnen in der Regel auch die Zeit lassen, sich von ihrem Freund zu verabschieden. Teilweise besteht auch die Möglichkeit, dass der Tierarzt zu ihnen nach Hause kommt, um dem Tier den Stress des Transportes und der fremden Umgebung zu ersparen.
Besprechen Sie davor mit den Familienmitgliedern, was mit dem geliebten Tier nach der Euthanasie oder nach einem natürlichen Tod passieren soll. Es gibt verschiedene Möglichkeiten:

  • Das Tier bleibt beim Tierarzt und wird der Tierkörperverwertung zugeführt.
  • Das Tier wird mit nach Hause genommen. Bezgl. einer Beerdigung im Garten muss allerdings bei der jeweiligen Gemeinde oder Stadtverwaltung nachgefragt werden, da es hier unterschiedliche Vorschriften gibt.
  • Es gibt auch die Möglichkeit das geliebte Tier auf einem Tierfriedhof beisetzen zu lassen. Verschiedene Organisationen bieten diesen Service an oder sind auch an Tierheime Tierfriedhöfe angeschlossen.
  • Ein Tierkrematorium ist noch eine weitere Alternative. Man unterscheidet hier zwischen einer Sammeleinäscherung und einer Einzeleinäscherung. Bei einer Sammeleinäscherung werden mehrere Tiere zusammen verbrannt und man bekommt einen Teil der Asche. Bei der Einzeleinäscherung wird das Tier einzeln verbrannt und man bekommt die Asche seines Tieres zurück.

Hier finden Sie Links zu Organisatoren bzw. Tierbestattern. Sie kümmern sich, wenn man möchte, um die Abholung vom Tierarzt oder von Ihnen zu Hause, bereiten eine Beerdigung auf einem Tierfriedhof vor oder kümmern sich um die Einäscherung. Die Mitarbeiter haben Verständnis mit Ihrer Trauer und bringen Ihnen und dem Tier den nötigen Respekt entgegen.
Es gibt auch Tierheilpraktiker die Ihnen bereits im Vorfeld Hilfe anbieten und Sie auf dem Weg begleiten und Ihnen auch bei der Trauerbewältigung beistehen. Genauere Informationen zu diesem Thema finden Sie z.B. unter animal-visite.de.
Vielen Tierfreunden hilft es auch sich in Foren mit Gleichgesinnten auszutauschen. In vielen Foren wird ein spezieller Bereich, „die Regenbogenbrücke“, dafür angeboten. Die Regenbogenbrücke bietet vielen Trost, weil man damit den Gedanken verbindet, dass man seinen geliebten Freund irgendwann wieder sieht. Die Geschichte der Regenbogenbrücke können Sie auch im Internet unter indigo.org/rainbow/rainbow-de.html nachlesen. Es ist eine sehr traurige, aber für viele auch eine sehr schöne Geschichte, die hilft mit seiner Trauer umzugehen.
Jeder muss seinen eigenen Weg der Trauerbewältigung finden. Verschiedene Varianten können aber helfen.
Wir lassen für unsere verstorbenen Tiere eine Einzeleinäscherung machen. Es bereitet uns Trost, wenn ich die Asche wieder bei mir zu Hause in der Urne habe. Wir haben für unsere Kaninchen eine große Sammelurne, auf die wir ein Bild von der Regenbogenbrücke habe „airbrushen“ lassen. Damit ich immer vor Augen habe, dass wir uns eines Tages wieder sehen und es nur ein Abschied auf Zeit ist.
Selbst ein neues Tier kann bei der Trauerbewältigung helfen. Es wird zwar nie das Verstorbene ersetzen, aber es lenkt ab und wenn es aus dem Tierheim oder von einer Tierhilfsorganisation ist, dann können Sie dadurch ein einsames Tier und auch sich selbst wieder glücklich machen.

Autoren: Ruth Zimmermann und Petra Krumeich

Hier finden Sie weitere Links zum Thema "Abschied nehmen"

Diese Seite wurde zuletzt geändert am 10.02.2014 um 09:21.