Fellwechsel

 
Etwa zweimal im Jahr wechseln Kaninchen ihr Fell, mal mehr und mal weniger stark. Dass ein Kaninchen im Fellwechsel ist, sieht man an Strichen oder abrupten Übergängen im Fell bzw. wenn an einigen Stellen Haarbüschel hervorstehen:

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Fellpflege während des Fellwechsels
Normale Kurzhaarkaninchen haben weniger Probleme mit dem Fellwechsel als Teddys, Löwenköpfchen oder Angoramixe. Während des Fellwechsels kann es dennoch sinnvoll sein, auch kurzhaarige Kaninchen von losen Haaren zu befreien. Am einfachsten geht das, indem Sie Ihr Kaninchen auf ein Handtuch setzen und mit einer geeigneten Bürste (z. B. einer Softzupfbürste) das abgeworfene Fell ausbürsten. Loses Unterfell schaut oft ein wenig heraus und kann vorsichtig mit der Hand herausgezogen werden. Wenn das Fell kontinuierlich, aber nur leicht ausfällt kann man mit einem Waschlappen oder mit der nassen Hand die feinen Haare ausstreichen, damit die Tiere beim Putzen weniger Haare aufnehmen.

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Die Verdauung im Blick behalten
Wenn sich Ihr Kaninchen im Fellwechsel befindet, empfiehlt es sich, auch den Kotabsatz im Auge zu behalten. Kaninchen lecken ihr abgeworfenes Fell ab, es wandert einmal durch den gesamten Körper und kommt als Kotbällchen wieder heraus. Ob das Kaninchen im Fellwechsel ist, kann man daher auch am Kot erkennen:

  • Kotketten
    Manchmal findet man Kotkugeln, die wie auf einer (Perlen-)Kette aufgereiht sind. Sie sind durch Haare miteinander verbunden. Dies ist ein Zeichen, dass die Haare ausgeschieden werden.
  • Kleine, harte, schwarze Böbbel
    Sie weisen darauf hin, dass sich Haare im Verdauungstrakt befinden, die den Darmausgang versperren. Nur kleine Kotkugeln werden durchgelassen. Hier sollte man den Abgang der Haare unterstützen, denn es besteht die Gefahr, dass die Haare einen gefährlichen Haarballen (Bezoar) bilden.

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Bild links: links oben: normale Kotbällchen; rechts oben: verkleinert Kotbällchen aufgrund beginnender Verstopfung; links unten: "Perlenketten", Haare verbinden einzelne Köttel; rechts unten: Blinddarmkot, wird vom Kaninchen produziert, um lebensnotwenige Vitamine zu synthetisieren. Dieser "traubenförmige" Kot wird abgesetzt und meistens direkt vom After aufgenommen.  Bild rechts: extreme Kotkettenbildung.

 

Unterstützung der Verdauung
Die Verdauung der verschluckten Haare lässt sich durch verschiedene Maßnahmen unterstützen:

  • Optimale Ernährung und Bewegung
    Eine gesunde, rohfaserreiche Ernährung unterstützt den Haarabgang. Heu und Grünfutter „putzen“ den Darm und sorgen dafür, dass Haare schneller ausgeschieden werden. Auch Bewegung ist wichtig, damit der Darm in Schwung bleibt.
  • Kiwi und Ananas
    Diese Früchte enthalten das Enzym Bromelain, das die Haaroberfläche für die Verdauung griffiger machen soll. Allerdings ist die Wirksamkeit des Enzyms, nachdem es die Magensäure passiert hat, umstritten. Sie können die Früchte frisch (ohne Schale) verfüttern oder dem Kaninchen etwas ungezuckerten Direktsaft anbieten. Die stark zuckerhaltigen Früchte sollten nicht dauerhaft gefüttert werden.
  • Pflanzenöle
    Hochwertige Speiseöle (Rapsöl, Walnussöl, Sonnenblumenöl etc.) eignen sich ebenfalls, um die Haare im Darm rutschiger zu machen. Man kann sie oral mit einer Spritze (ohne Nadel) eingeben oder über das Futter geben, z.B. in eine Banane gematscht. Pflanzenöle sollten nicht dauerhaft verabreicht werden, da die Tiere sonst zunehmen können.
  • Paraffinöl (Paraffinum liquidum/Obstinol)
    Dieses synthetische Öl aus der Apotheke wird im Gegensatz zu pflanzlichen Ölen nicht im Darmtrakt aufgespalten und verdaut. Es macht im Darm befindliche Haare für den Abgang geschmeidiger. Man gibt es ebenso wie Speiseöl oral mit einer Spritze (ohne Nadel) bzw. über das Futter ein. Paraffinöl sollte nicht dauerhaft verabreicht werden, da es den Darm schädigen kann.
  • Nagermalt
    Die süße, ölige Paste wird von Kaninchen meist gut angenommen. Sie enthält Öle und Fette, wodurch die Haare leichter abgehen. Maltpaste ist wegen des hohen Zuckergehalts nicht zur Dauergabe zu empfehlen.

  Gehen Sie zum Tierarzt, wenn Ihr Kaninchen Probleme mit dem Kotabsatz hat.
Eine Verstopfung kann lebensbedrohlich werden!

 


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Bilder mit freundlicher Genehmigung von S. Pollidio, J. Zimmer

Diese Seite wurde zuletzt geändert am 28.07.2015 um 21:32.