Ernährung

Artgerechte Kaninchenernährung
Kaninchen haben einen Stopfmagen bzw. -darm, d. h. sie müssen kontinuierlich fressen um Kot absetzen zu können. Ihr Darm bewegt sich im Gegensatz zu unserem nur geringfügig. Deswegen sind Kaninchen auf das Nachschieben des Futterbreis durch andauerndes Fressen angewiesen. So nehmen sie bis zu 50 kleine Mahlzeiten pro Tag zu sich.
Damit unsere Kaninchen auch Tag und Nacht fressen können und ihre Verdauung in Schwung halten können, sollte ihnen immer Heu zur Verfügung stehen. Hierbei ist es wichtig auf eine gute Qualität zu achten: hochwertiges Heu hat eine kräftige grüne Farbe und duftet aromatisch. Minderwertiges Heu ist gelblich/bräunlich, riecht muffig und sollte nicht verfüttert werden.
Heu ist ein natürliches, rohfaserreiches Futtermittel. Vor allem der Rohfaseranteil des Futters beeinflusst die Darmtätigkeit. Bei einer geringen Rohfaseraufnahme bewegt sich der Futterbrei nur langsam durch den Darm. Dabei kann es zu Verdauungsschwierigkeiten oder schlimmstenfalls zum Erliegen der Darmtätigkeit führen, also einer Verstopfung, die beim Kaninchen schnell zum Tode führen kann.
Nicht nur die Verdauung selbst profitiert von einer rohfaserreichen Ernährung mit Heu, sondern auch die bestmögliche Zahnabnutzung wird gewährleistet. Kaninchenzähne wachsen ein Leben lang (ca. 2-3mm in der Woche), die nur beim Fressen von Heu (und Grünfutter/Frischfutter) und Abnagen von Ästen optimal abgenutzt werden können. Hingegen nutzen getrocknetes Brot oder Knäckebrot, entgegen der landläufigen Meinung, die Zähne nicht ab. Die Nahrung wird durch Mahlbewegungen zerkleinert. Bei getrocknetem Brot kommt es aber nicht dazu, da sich das vorher harte Brot sehr schnell mit dem Speichel im Mund zu einem weichen Brei verbindet, der nur noch abgeschluckt wird. Auch für das menschliche Auge nicht sichtbare an getrocknetem Brot haftende Schimmelsporen stellen eine Gefahrenquelle dar.
Getreide gehört ebenfalls nicht zu den natürlichen Nahrungsmitteln der Kaninchen, lediglich im Herbst haben sie für kurze Zeit die Möglichkeit Getreide aufzunehmen. Deshalb ist ihr Magen-Darm-System nicht auf eine getreidehaltige Ernährung eingerichtet. Die durch den Kaninchenmagen schlecht verdauliche Stärke führt zu Verdauungsproblemen. Da fast alle herkömmlichen Trockenfutter Getreide und/ oder Getreidebindemittel enthalten, gehören sie nicht auf den Speiseplan unserer Kaninchen. Trockenfutter, welches zu 100% aus getrocknetem Gemüse und Kräutern besteht, darf hingegen als Leckerli gefüttert werden.
Auch von anderen handelsüblichen Futtermitteln, wie Drops ist abzusehen, da diese meist Zucker, auch oft in versteckter Form als Melasse oder Getreide enthalten und daher reine Dickmacher sind. Zudem enthalten manche sogar Laktose, die ein Kaninchen nicht verdauen kann und ebenfalls zu Verdauungsproblemen führen kann.
In der Natur ernähren sich Wildkaninchen von Gräsern, Kräutern, Blättern, Rinden und Zweigen von Sträuchern und Bäumen. Ihr natürlicher Speiseplan setzt sich aus rohfaserreicher, fett- und proteinarmer Ernährung zusammen. Obwohl sich das äußere Erscheinungsbild unserer Hauskaninchen in Größe und Farbe, sowie Länge des Haarkleides unterscheidet, sind die Anatomie und Physiologie, also der Aufbau des Skeletts und die Körpervorgänge wie z. B. die Verdauung, nahezu unverändert geblieben.
Auch unsere Hauskaninchen bekommen aus der rohfaserreichen, aber energiearmen Nahrung alle Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe, die sie zum Leben benötigen. Eine naturnahe Ernährung ist daher auch in der Heimtierhaltung am gesündesten!

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Auf Wildwiesen lassen sich sehr viele verschiedene Gräser, Kräuter, Zweige und Blätter finden. Wichtig ist, dass das Grünfutter nicht an Wegesrändern, Feldrändern und Hundewiesen gepflückt wird! Stadtmenschen finden alternativ mittlerweile auch in vielen Lebensmittelgeschäften eine große Auswahl frischer Kräuter. Nach langsamer Angewöhnung kann gesunden Kaninchen Grünfutter in Form von Gräsern, frischen Kräutern, Zweigen und Blättern täglich unbegrenzt zur freien Aufnahme angeboten werden.
Leider steht das Grünfutter oft nicht in ausreichender Menge zur Verfügung (vor allem im Winter und/ oder in der Stadt), daher sollte die Ernährung durch eine Frischfütterung in Form von Gemüse und wenig Obst ergänzt werden.
Das Frischfutter sollten Sie mindestens zweimal am Tag anbieten. Karotten und Karottengrün, Fenchel mit Grün, Sellerie, Feldsalat und Äpfel sind nur eine kleine Auswahl an Obst und Gemüse, die von den meisten Kaninchen gut vertragen werden. Achten Sie beim Füttern darauf, dass Sie evtl. gespritztes Obst und Gemüse gut reinigen und dass das Futter Zimmertemperatur hat (nicht direkt aus dem Kühlschrank füttern!).
Ein Richtwert zur Frischfuttermenge (bei ausschließlicher Gemüsefütterung) sind 100g Frischfutter pro kg Kaninchen. Die genaue Menge hängt jedoch sowohl von der Zusammensetzung des Frischfutters, als auch vom persönlichen Bedarf Ihrer Tiere ab. So benötigen zum Beispiel Kaninchen bei ganzjähriger Außenhaltung größere Futtermengen, um sich ihre Fettreserven für den Winter zu speichern. Auch kranke und ältere Tiere benötigen häufig mehr Frischfutter.
Obwohl die Kaninchen den Großteil ihres Flüssigkeitsbedarfs über das Frischfutter decken, brauchen sie trotzdem einen frei zugänglichen Wassernapf. Das Wasser sollte täglich gewechselt werden.
Zusammenfassung: Hochwertiges Heu und frisches Wasser muss immer angeboten werden. Frische Gräser, Kräuter und Blätter, sowie ungespritzte Zweige dürfen (nach Gewöhnung) immer unbegrenzt zur freien Verfügung stehen. Ergänzt wird die Ernährung durch Gemüse und Obst.

 

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 Was Kaninchen fressen dürfen  Was Kaninchen nicht fressen dürfen
 Heu und Kräuter  getreidehaltiges Trockenfutter
 Gras  getrocknetes Brot 
 Gemüse  Kartoffelschalen
 Obst  Nagesteine, wie Salz- und Kalksteine
 Zweige und Blätter  Knabberstangen

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Diese Seite wurde zuletzt geändert am 13.05.2009 um 16:50.